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Ven. Suddhananda Mahathero

Ansprache von Ven. Mahathero, Leiter der buddhistischen Gruppe bei der Pilgerreise vom "Wahren Leben in Gott" in Ägypten, Oktober 2002:

Es ist für mich wirklich eine Ehre, heute an diesem geschichtlichen Ereignis teilzunehmen. Zu Beginn möchte ich meinen aufrichtigen Dank an die Organisatoren für die Einladung zu dieser Konferenz und für all die Vorbereitungen für unseren Besuch in Ägypten ausdrücken. Im Namen aller friedliebenden Menschen, der Mitglieder unserer Delegation aus Bangladesh und auch ganz persönlich überbringe ich Ihnen allen meine besten Wünsche und herzlichen Grüße.

Es ist für uns alle wundervoll, dass Ägypten als Gastland für solch ein historisches Ereignis wie dieses auserwählt wurde. Ägypten, das große Land, ist ein Symbol für religiöse Toleranz, von der in Artikel 40 steht, dass alle Bürger vor dem Gesetz gleich sind. Ich habe nun die Gelegenheit, solch ein Land zu besuchen, in dem Religionsfreiheit und freie Religionsausübung herrschen.

Gestatten Sie mir, einen kurzen Vergleich mit unserem Heimatland Bangladesh anzustellen. Bangladesh ist ein Land mit einer Überbevölkerung, in dem mehr als 130 Millionen Menschen leben. Die größte religiöse Gruppe stellen die Moslems dar, welche 83 % ausmachen, gefolgt von den Hindus mit 15,5 % und den Buddhisten, Christen und anderen mit einem Anteil von etwa 1,5 %. Unser Staat erhielt die Freiheit im Jahre 1972, und eine der Grundvoraussetzungen hierfür war der Säkularismus. Nachher erklärte unsere Verfassung den Islam zur Staatsreligion, doch sie garantiert, dass auch andere Religionen ausgeübt werden dürfen. Religiöse Diskriminierung ist von Staats wegen verboten, und die Positionen in der Regierung stehen für Menschen aller Glaubensrichtungen offen. Wir genießen volle Redefreiheit und Gedankenfreiheit. Wir besitzen viel religiöse Toleranz. Ich bin versucht zu sagen, dass die Disharmonie in der Gemeinde in Guzrat, Indien, die kürzlich entstand, auf unser Land überhaupt keinen Einfluß hatte. Letzte Woche hatte ich die Gelegenheit, unseren Präsidenten anzurufen, der uns allen für das friedliche religiöse Zusammenleben in Bangladesh dankbar ist.

Wir alle sind hier mit unserer persönlichen Glaubensüberzeugung und Religion versammelt, um zusammen zu beten, auf unsere eigene Art und Weise. Das Gebet konzentriert und reinigt unseren Geist, kontrolliert unsere Selbstsucht, ermutigt zu guten Werken und hält uns von den Tätigkeiten ab, die der Gemeinschaft schaden. Das Gebet erinnert uns daran, dass wir unser Leben vergeistigen können. Die Christen haben ihre Art zu beten, die Moslems beten fünfmal am Tag, die Hindus beten auf ihre Weise und die Juden haben ihre eigene Art des Gebets. Die Buddhisten beten morgends und abends, unabhängig von den kollektiven Gebeten, die an einigen besonderen Vollmond-Tagen verrichtet werden. Heute sind alle Kanäle zusammengetroffen zu einem einzigen Strom. Heute haben wir die diskriminierende Einstellung vergessen. Das heutige Gebet wird als ein Symbol der totalen Solidarität zum Wohle der Menschheit gekennzeichnet werden.

Zum Abschluß meiner kurzen Anmerkungen richte ich hiermit wiederum an die Organisatoren, die diese gewaltigen Anstrengungen mit Hingabe unternommen haben, meine herzlichsten Glückwünsche. Ich hoffe von Herzen, dass dieses gemeinsame Gebet das Konzept des friedlichen Zusammenlebens, welches dazu beitragen wird, den Weltfrieden zu stabilisieren und somit die Welt zu einem Land der Gewaltlosigkeit zu machen, stärken wird.

Mögen alle Lebewesen glücklich sein.

Ven. Suddhananda Mahathero
Führer der Gruppe der Bangladesh-Delegation
Vorsitzender der Vereinigung "Bangladesh Buddha Kristi Prachar Sangha"
Stellvertretender Vorsitzender des WFB (World Fellowship of Bouddhists, auf deutsch etwa: "Welt-Verband der Buddhisten"; Anm. d. Übers.), Bangkok,Thailand