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Pilgerreise vom Wahren Leben in Gott im Jahre 2005

Einleitung:

Bei einer Pilgerreise geht es nicht nur um das Reisen; es geht auch um die Suche. Der echte Pilger versucht in Wirklichkeit, einen Weg nach Hause zu finden. Eine Pilgerreise hat auch mit Religion zu tun, denn letztendlich ist unsere Heimat bei Gott, unserem Schöpfer. Eine Pilgerfahrt drückt den inneren Ruf aus, den man fühlt, einen Ruf, den man mit einem Wort in Form einer Einladung ausdrücken könnte:

"Komm!"

Was wir die Pilgerreise des Lebens selbst nennen könnten, beinhaltet viele Kehrtwendungen: richtige und falsche; Kreuzungen; Kurven, gefährliche Straßen; breite, scheinbar bequeme Straßen; Sackgassen mit und ohne Warnschilder. Im Rahmen dieser größeren Pilgerreise gibt es kleinere: Fahrten zu biblischen Ländern und heiligen Orten, zu Heiligtümern, berühmten Klöstern usw. All diese Fahrten werden unternommen, um uns beständig an diesen tieferen Ruf zu erinnern, bei dem es nicht nur um das Leben nach dem Tode geht, sondern um das Hier und Jetzt.

Wir sind fast so wie Personen in einem Märchen; Suchende nach dem sagenhaften Königreich, auf der Suche nach dem weisesten und vornehmsten König, nach dem Ort des tiefsten Friedens und der größten Freude, wo wir das stärkste Wohlgefühl empfinden. Ja, wir wissen, dass wir den Himmel suchen, aber das Königreich wird uns in unserem Alltag mit all seiner Mühsal und all seinen Herausforderungen vom König selbst geöffnet, der von Seinem himmlischen Thron auf der Suche nach einem niedrigeren Thron, und zwar dem menschlichen Herz, herabsteigt.

Die Pilgerfahrt, welche Frucht bringt, ist dadurch gekennzeichnet, dass wir in Demut und Liebe reisen. Enttäuschungen, Verzögerungen, übermäßige Hitze, eiskalte Abende, Insekten, Hunger und Durst sind genauso notwendig wie gute Gesellschaft, Lachen, bekömmliches Essen und Gebet. Eine Pilgerfahrt ist kein Urlaub, wie viele Priester ihren Gemeindemitgliedern erklären müssen, sogar wenn sie als „Pilger-/Urlaubsreise“ bezeichnet wird. Ein Urlaub soll eine Zeit der Erholung sein; eine Pilgerreise aber soll dazu anregen, über die Reise unseres Lebens selbst nachzudenken und bedeutet somit auch Kampf, harte Arbeit und Entschlossenheit. Aspekte der Selbstdisziplin, wie z. B. Pünktlichkeit, sind mehr als nur lästig geworden. Sie sind wie kleine Lichter, welche die Merkmale der menschlichen Schwächen erhellen. Im Zusammenhang mit einer Pilgerfahrt kommen die menschlichen Schwächen in Form von Selbstsucht, Faulheit, Widerspenstigkeit und Nachlässigkeit zum Vorschein. Gleichzeitig leuchten manche Menschen; solche Personen sind das "Salz der Erde" (Matthäus 5, 13).

Diese und so viele andere Dinge werden zu Gesichtspunkten des Königreiches, das in diesem Leben wie ein weites Feld ist, das sowohl aus guten Weizenkörnern als auch aus schlechten, dem Unkraut oder der Spreu, besteht. Wir hoffen, dass eine der errungenen Gnaden dieser Pilgerreise die Weisheit ist, den Unterschied zwischen uns selbst und der Welt um uns herum zu erkennen. Das bedeutet, dass der Aufruf zur Reue ist eines der wichtigsten Anliegen im Rahmen einer Pilgerreise ist.