ZURÜCK ZUR HAUPTSEITE:http://www.tlig.org/de/bethmyriam/world/belohorizonte/letter/FONT SIZE: NORMAL - LARGE

Deutsch » Beth Myriam » Beth Myriams Rund um die Welt » Brasilien, Belo Horizonte » "Möge die Welt Diesen Brief sehen, den ich an Maria schreibe" »

 

"Möge die Welt Diesen Brief sehen, den ich an Maria schreibe"

Ein Brief, der im Beth Myriam von Belo Horizonte, Brasilien, geschrieben wurde

" Hier die Bitte eines Mannes ohne Haus in dem er leben kann und ohne einen Ort, an dem er sich vor dem Regen schützen kann und ohne Familie – aber ich habe jetzt ja eine grosse Familie.

Als jemand mir zurief: “Kumpel, ich habe von einer Frau namens Maria gehört, die uns Essen gibt. Komm, gehen wir dahin, damit wir etwas zu essen bekommen!“ Da sagte ich: „Wo in dieser Welt auf dieser Welt denkt jemand überhaupt an solch erbärmliche Arme wie uns und gibt uns zu essen?“ Und er antwortete: „Es gibt noch mehr: Sie gibt uns auch Kleider. Sie sagen, dass es ein sehr schöner Ort ist. Ich will nicht vor Hunger sterben.“ Er liess nicht locker, so dass ich schließlich hinging.

Dieser Ort ist ein Ort des Überflusses, der Warmherzigkeit und Zärtlichkeit, wo sich jeder vor dem Essen die Hände wäscht und betet. Ich wusste nicht wie ich beten sollte, habe es jedoch schnell gelernt. Als ich von dort wegging, dachte ich: „Kann es sein, dass ich tot bin und Gott sich meiner annimmt?“ Am folgenden Tag ging ich dahin zurück: Nochmals dasselbe.

Am 11. Januar dieses Jahres wurde mir im Haus Mariens übel und ich erbrach Blut. Die Marien1 servierten das Essen, aber sie liessen alles liegen und kamen mir zu Hilfe. Eine Maria hiess Samu2, es regnete scheinbar ununterbrochen, er blieb die ganze Zeit über bei mir. Er kümmerte sich um mich, während die anderen das Essen austeilten. Ich musste einen Monat lang im Krankenhaus bleiben.

Ich bin bereits wieder zurück in meinem Haus Mariens. Ich schlafe auf der Strasse, aber ich muss nicht mehr hungern oder frieren, weil es das Haus Mariens gibt.

Ich habe kein Papier, deshalb schreibe ich hierauf3. Möge die Welt diesen Brief sehen, den ich an Maria schreibe. Ich bin ein Bettler, keiner hört mir zu, aber da gibt es so viel Liebe in der Tiefe des Herzens der Spender, damit ein Haus wie dieses existieren kann. Gott segne dieses Haus und all die Maries die helfen. In meinem Nachtgebet sage ich: „Gott, kümmere Dich um die Häuser Mariens und all die Spender.“

Amen

Der Bettler

beggar's letter


1 ”Marien” sind die freiwilligen Helfer die im Beth Myriam arbeiten. Die Menschen die dort zu essen bekommen, nennen jeden von ihnen Maria.
2 Samu ist ein mobiler Gesundheitsdienst für Notfälle. Es scheint, dass der Bettler denkt, dass Samu eine Person ist, vielleicht der Arzt der ihm geholfen hat.

3 Er schrieb diesen Brief auf einem Stück Brett, welches sein “Bett” war.