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Jesus ist DER Exorzist
2012-10-12

Rede von Pater John Abberton während den Wahres Leben in Gott-Einkehrtagen, September 2012, Rhodos, Griechenland


IFr. John Abberton
Pater John Abberton
Wir wissen alle, dass wir ohne Unseren Herrn Jesus Christus nichts tun können, und es mag unnötig scheinen zu sagen: ‚Jesus ist Der Exorzist’. Aber es kann uns in unserem Glauben bestärken, wenn wir über diese Wahrheit nachdenken, uns an die Lehren der Heiligen Schrift erinnern und uns einige der wirkmächtigsten Befreiungsgebete in Erinnerung rufen. Wenn wir mit der Macht des Bösen konfrontiert werden, brauchen wir vor allem eines: GLAUBEN.

Seit einiger Zeit verwende ich in meinem Dienst als Exorzist folgende Passage aus dem Brief vom heiligen Paulus an die Philipper (2, 5-11):

“ Seid untereinander so gesinnt,
wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht:
Er war Gott gleich,
hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein,
sondern er entäußerte sich
und wurde wie ein Sklave
und den Menschen gleich.
Sein Leben war das eines Menschen;
er erniedrigte sich
und war gehorsam bis zum Tod,
bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott über alle erhöht
und ihm den Namen verliehen,
der größer ist als alle Namen,
damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde
ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
und jeder Mund bekennt:
«Jesus Christus ist der Herr» -
zur Ehre Gottes, des Vaters.

Um die betroffene Person zu ermutigen und meinen eigenen Glauben zu erwecken, wiederhole ich gewöhnlich langsam einige dieser Sätze und manchmal auch mehr als einmal.

“Alle im Himmel,

auf der Erde und unter der Erde

sollen ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu.“

In der Regel spreche ich die Person an und lade sie ein, ihr Vertrauen auf den Herrn Jesus zu setzen. Ich spreche über die Macht des Namens Jesu und erinnere die Person daran, dass wir in der Macht dieses Heiligen Namens beten.

Glauben ist nötig sowohl für den Exorzismus als auch für die Befreiung. Der offiziell ernannte Exorzist findet großen Trost in dem Bewusstsein, dass er nicht so sehr in seinem eigenen Namen gegen den Bösen angeht, sondern im Namen seines Bischofs. Das gibt dem Exorzisten Kraft, denn er ist nicht allein. Der Exorzismusritus ist seitens der kirchlichen Autorität offiziell anerkannt und erwähnt die Sakramente und die Heiligkeit der Kirche. Mit eingeschlossen in die Kirche sind jene im Himmel – ‚die triumphierende Kirche’ -, die Mutter Christi und die Heiligen, ebenso auch die Chöre der Engel, die Gott unaufhörlich preisen. Der Exorzist wird ermutigt, mit großem Zutrauen gegen den Bösen zu beten im Bewusstsein der Macht, die ihm zu Verfügung gestellt wird.

Ein Diener der Befreiung, wenn er oder sie kein Priester ist, hat nicht die gleiche Garantie der geistlichen Unterstützung, aber durch Taufe und durch die Macht Jesu kann ein Laie, der im Befreiungsdienst tätig ist, dennoch sehr wirkungsvoll sein. Jeder, der im Befreiungsdienst tätig ist, muss eine Person mit starkem Glauben sein. Der heilige Petrus sagt uns, widersteht dem Teufel „durch den Glauben“.

Vor einigen Jahren warnte eine Erklärung seitens des Vatikans die Laien, sie sollten die bösen Geister nicht direkt angehen, und erklärte, dass direkte Befehle nur von priesterlichen Exorzisten verwendet werden sollten (und auch noch nicht einmal von Priestern, die keine Exorzisten sind). Das wurde angefochten, und es ist klar, dass der Heilige Geist wirklich manche Menschen dazu beruft, gegen böse Geister im Glauben und mit der Macht Gottes anzugehen. Diesen Personen sind besondere Charismen durch den Geist gegeben, der selbst auswählt, wem auch immer Er diese Arbeit übertragen will. Jene, die glauben zum Befreiungsdienst gerufen zu sein, müssen mit einem Exorzisten Kontakt aufnehmen und in manchen Fällen vielleicht auch mit dem Bischof. Niemand sollte diese Arbeit aufnehmen ohne Annahme und Unterstützung derer, die Autorität und Erfahrung haben.

Auch in der tröstlichen Gewissheit, dass der Exorzist die Unterstützung der Kirche durch seinen Bischof hat, so braucht er immer noch einen starken Glauben. Das wird deutlich gemacht in der Einführung zum offiziellen Exorzismusritus. Für einen förmlichen Exorzismus, wenn jemand tatsächlich besessen ist, braucht der Exorzist eine ausdrückliche Erlaubnis für jeden einzelnen Fall, um tätig werden zu können. Besessenheit ist immer noch selten, könnte aber in der Zukunft häufiger werden (aus verschiedenen Gründen, einschließlich der Tatsache, dass viele Leute gar nicht getauft sind). Exorzisten werden meist jedoch von Fällen eingenommen, die Befreiung erfordern. Manche dieser Fälle können ernst sein und manchmal können Zweifel auftauchen, ob eine Befreiung oder ein Exorzismus nötig ist. Es ist häufig nicht so scharf von einander getrennt und der Exorzist oder Diener der Befreiung muss die Disziplin bzw. Gabe der Unterscheidung anwenden.

In alledem steht der Glaube über allem, und dass der Glaube durch Christus gegeben wird und auf Ihn aufbaut. Wir dürfen nie vergessen, dass Christus der wirkliche Exorzist ist. Ich möchte noch mehr dazu sagen, so dass es uns klar wird, was wir meinen, wenn wir von der Macht Christi sprechen.

Zuerst einmal ist die Macht durch die Jesus die Teufel austreibt, die Macht des Heiligen Geistes. Dieser gleiche Geist wird uns gegeben, aber NUR durch Christus und in Seinem Namen. Es ist Christus Selbst, der uns Seinen Geist gibt.

Im Johannesevangelium (20,22) wo über das zweite Treffen des auferstandenen Christus mit den Aposteln berichtet wird, lesen wir:

“…. Er hauchte sie an

‘und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“

Am Ende des Markus Evangelium (16, 17-18) spricht Jesus zu Seinen Aposteln über sie und alle Gläubigen:

“ Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden.“

Im Johannes Evangelium sagt Jesus Seinen Jüngern, dass sie noch größere Werke als Er vollbringen werden auf Grund des Heiligen Geistes. Der Geist kommt erst nach Tod, Auferstehung und Himmelfahrt Christi und durch den Geist ist es Jesus Selbst, der in und durch Seinen Leib, die Kirche, tätig ist.

Gibt es einen besonderen Grund, warum Jesus von Nazareth so wirkmächtig gegen die bösen Geister war? Natürlich werden wir sagen: „Er ist der Sohn Gottes“. Als solcher wurde Er erkannt von der „Legion“ Teufel, die den Besessenen von Gerasa bewohnten. (Lk 8,26 ff). Als Jesus sich ihnen näherte riefen sie:

„Was habe ich mit dir zu tun, Jesus, Sohn des Höchsten Gottes? Ich bitte dich: Quäle mich nicht!“

Aber das wird uns helfen, weiter zu schauen. Jesus wurde in Seiner Menschheit als „Der Sohn Gottes“ erkannt, und es geschah in Seiner Menschheit, dass Er die Dämonen austrieb. Es war eine menschliche Hand, die sich erhob, eine menschliche Stimme, die befahl. Jesus ist sowohl Gott und Mensch, aber wir dürfen Seine Menschheit nicht herunterspielen, als wäre sie wie ein übergeworfener Mantel oder eine Maske. Als der vollkommen gehorsame Sohn Gottes ist Jesus auch ‚der Neue Adam’ und in den Worten des Seligen Papstes Johannes Paul II (und im zweiten Vatikanischen Konzil) ist es Jesus, der „dem Menschen den Menschen offenbart“. Unsere wahre Menschheit kann nur in Ihm gefunden werden. Er ist der Erlöser der Welt, gerade weil Er der Gott-Mensch ist. Wir müssen über das Mysterium der Inkarnation nachdenken, um die richtige Einschätzung Seiner Macht über das Böse in dieser Welt zu gewinnen. Jesus sprach mit einer Autorität, die ungewöhnlich war - sie wird folgendermaßen erwähnt:

“Er befahl den bösen Geistern und sie gehorchten Ihm” usw.

Weil Jesus das Böse mit seiner Menschheit überwand, deshalb können wir das Böse überwinden. In der Apokalypse des heiligen Johannes, dem Buch der Offenbarung, als die rebellischen Engel aus dem Himmel geworfen wurden, kamen sie auf die Erde, und sie greifen uns von der Erde aus an und nicht nur von der Hölle aus. Sie führen Krieg gegen die Menschheit, und es ist wegen der beiden sündenlosen Menschen, die in die Welt kamen, Jesus und Seiner Heiligen Mutter, dass wir den Sieg über das Böse beanspruchen können. Die Menschheit hat triumphiert durch Jesus, den Messias, und Maria steht bei Ihm in Seinem Sieg und bei Maria sind alle ihre Söhne und Töchter, die ihr vom Kreuz her gegeben wurden. Mit Jesus und Seiner Mutter stehen wir siegreich über unserem Feind – dem der herabkam, um Krieg zu führen gegen die ganze Menschheit. Unser Banner ist das Kreuz, der Name des Siegers ist Jesus Christus, die Anführerin der siegreichen Armee ist die Mutter Gottes, die selbst das Große Zeichen von Gottes Sieg ist. Wir müssen uns selbst als Mitglieder einer unbesiegbaren Armee betrachten, auch wenn wir schwere Narben aus der Schlacht davontragen und abgekämpft sind in der Hitze des Gefechtes. Wir setzen unser Vertrauen nicht auf uns sondern auf Christus. Selbst wenn wir in der Schlacht sterben sollten, haben wir schon gewonnen, denn selbst der Tod ist schon besiegt. Es ist in dieser Kenntnis des Sieges, dass wir die bösen Geister und sogar den Teufel selbst konfrontieren können, denn wir wissen, dass Christus mit uns ist.

Vor kurzem wurde ich Zeuge von all diesem als ich mit einer älteren Dame betete, die seit beinahe vierzig Jahren von bösen Geistern belästigt wurde. Sie ist eine Frau mit einem großem Glauben und jemand, der schon viel im Leben gelitten hat. Als wir zusammen beteten, wurde ihr die Gabe der inneren Schau zuteil, und so war sie in der Lage, mir zu sagen, was geschah, als wir die bösen Geister fortschickten. Da es der Monat Juli war, der dem Kostbaren Blut geweiht ist, gebrauchte ich zu Beginn ein langes und schönes Gebet zu Ehren des Blutes Christi, und ich betete im Namen und zur Ehre des Blutes Jesu. Ich rief auch die Hilfe Mariens und der Heiligen an (einschließlich ihres Taufpatrons). Gegen Ende der Sitzung sagte sie mir, dass sie das Heilige Herz sehen konnte, wie Es den Dämon aus ihr heraustrieb. Dies war eine Erinnerung an mich, ihr ins Ohr zu sprechen, als ob ich es dem Dämon sagen würde: „Jesus ist der Exorzist“. Sie erklärte, dass Er weiter fortfuhr, den Dämon fortzutreiben. Bei einer vorherigen Gelegenheit hatte Er schon einmal einen bösen Geist entfernt. Als schlussendlich auch der ‚Schwanz’ des Dämon sie verlassen hatte, lächelte das Heilige Herz sie an; so erzählte sie mir. Sie war ganz befreit und empfand einen außergewöhnlich tiefen Frieden.

Heiligkeit im Leben ist unsere große Verteidigung, aber diese Heiligkeit ist nicht etwas, das wir durch eigene Anstrengung erreichen können. Wahre Heiligkeit kommt aus den Bemühungen, in Einheit mit Christus zu leben. Mit dem heiligen Paulus müssen wir sagen: „Nicht ich lebe mehr, sondern Christus Jesus lebt in mir“. Diese Art Heiligkeit ist oft ausreichend, um Dämonen fortzuschicken. Der heilige Johannes Vianney, der Pfarrer von Ars, war kein offizieller Exorzist, aber die Dämonen konnten es in seiner Gegenwart nicht aushalten, wenn jemand, der besessen war oder Befreiungsgebet brauchte, um seine Hilfe bat. Diese Heiligkeit wird durch den Heiligen Geist verliehen im Namen Jesu Christi. Wir müssen uns immer bewusst machen, dass wir ohne Jesus nichts fertig bringen, und daher ist unser erstes Hauptanliegen, ob wir im geistlichen Kriegsgeschehen eingesetzt sind oder nicht, die Einheit mit Christus zu suchen. Er hat uns eingeladen, den Anfang zu machen, indem wir in Seiner Gesellschaft leben. Da Er uns fortwährend fragt: „Wir, Uns?“ – Ja, Herr, wo immer wir sind, welche Gefahr uns auch begegnet, im Angesicht des Teufels selbst, es ist immer das „Wir, Uns“. In der Kursillo Bewegung sagen wir: „Christus und ich sind die absolute Mehrheit“, und, um das Positive zu betonen - wir wissen, dass es nichts gibt, was ich nicht tun könnte in Christus Jesus, meinem Herrn. Wie der heilige Paulus sagt (Röm 8, 35 und 38 ff):

„Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? ...Weder Tod noch Leben, weder Engel (hört!) noch Fürsten (noch nicht einmal der Fürst der Teufel!) weder Gegenwärtiges (nichts im Himmel, auf der Erde oder in der Unterwelt!) noch Zukünftiges, weder Gewalten (!), Höhen oder Tiefen noch irgendeine Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ AMEN

 
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